Wird überschüssiger Strom trotz des Abschaltens mehrerer Atomkraftwerke exportiert?

Ja, das ist in der Tat so. Warum?
Der überschüssige Strom muss ins Ausland „entsorgt“ werden, da Strom nicht gespeichert werden kann, Erneuerbare Energien wie Wind- und Sonnenstrom Einspeisevorrang haben und konventionelle Kraftwerke nicht einfach heruntergefahren werden können. Die Übertragungsnetze geraten an den Rand der Belastungsfähigkeit. Hier wird deutlich, wie kompliziert eine stabile Versorgung mittels wetterabhängigem, unberechenbarem Wind- und Sonnenstrom abläuft: die Stabilität des Verbundnetzes erfordert Gleichgewicht zwischen Stromverbrauch und Stromerzeugung in jedem Augenblick und nicht über längere Zeit betrachtet. Es ist daher völlig sinnlos, aus Jahresbilanzen Stromexport gegen Stromimport aufzurechnen und daraus Stromüberschüsse abzuleiten und diese als Erfolg zu feiern. Es handelt sich um technisch notwendige Maßnahmen um einen Zusammenbruch der Netze = Stromversorgung zu verhindern. Gleichzeitig verschärft sich dadurch auch dieTrassenproblematik, weil der nicht speicherbare Strom irgendwohin übertragen werden muss!
Die Stromnetzbetreiber müssen mehrmals täglich eingreifen, um die Energieversorgung stabil zu halten. Die Zahl der Eingriffe steigt. Dank der Entsorgung des überschüssigen Stroms ins Ausland konnte bisher ein Blackout vermieden werden.

Zuletzt aktualisiert am 5. August 2016 von Administrator.

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